Gemeinde Eschelbronn

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Amtsblatt Nr. 18 vom 03. Mai 2019

 
Sellemols Theaterleit Eschelbronn e.V.
 
„Mundart Feschd“ zum 30-jährigen Jubiläum der Theaterleit
 
Ein richtig unterhaltsames und kurzweiliges Festprogramm hatten die „Sellemols-Theaterleit“ anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums am vergangenen Sonntag beim „Mundart Feschd“ in der alten Schule zusammengestellt und das „kloine Feschdbonkett“ mit einer illustren Schar geladener Gäste begann gleich so, wie man die Theaterleit eben kennt. Der Vorsitzende hatte die Vorlage zu seiner Festrede vergessen und seine Frau musste ihm damit  hinterher rennen, damit er zur Rede auch die richtigen Worte findet.
Aber der Vorsitzende Harald Guschl ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und begrüßte besonders Bürgermeister Marco Siesing, einige Gemeinderäte, Schulrektorin Carolin Wulf, die befreundeten Vereine, die ebenfalls in der alten Schule beheimatet sind und Marliese Echner-Klingmann.
Marliese Echner-Klingmann, die in erfreulicher Rüstigkeit aus dem Spechbacher Seniorenheim angereist war,  ist die „Mutter“ der Theaterleit, ohne deren Ideen, ohne deren Inspirationen und vor allem ohne deren Theaterstücke und Mundartbeiträge diese Gruppierung nie zustande gekommen wäre.
Es waren dann mit Christa Ferch und Siegbert Leiszter zwei Urgesteine der Theaterleit, die auf historischen Kinosesseln der ehemaligen „Ebro-Lichtspiele“ von Emil Schrumpf Platz nahmen, um die Anfänge dieser 30-jährigen Erfolgsgeschichte in einem munteren Wortwechsel nachzuzeichnen. Einfach war es am Anfang wirklich nicht, als 1989 aus Anlass des 1200-jährigen Dorfjubiläums die Idee entstand, ein Theaterstück zu schreiben, dazu die passenden Schauspieler zu finden, Dekorationen und Requisiten zu fertigen  und auch den Ort der Aufführung zu finden.
Das erste Theaterstück „Vom Leineweber- zum Schreinerdorf“ übertraf alle Erwartungen und war der Startschuss für viele weitere Aktivitäten der Theaterleit in den kommenden Jahren.
Nachdem man zuerst im evangelischen Gemeindehaus beheimatet war, fand man im Anschluss  in der Aula der Schlosswiesenschule das passende Umfeld für unzählige Theateraufführungen und Mundartveranstaltungen, wo man sich bis heute wohl fühlt.
 
In 30 Jahren „Sellemols“ – was wurde da nicht alles geschafft ?
Und so erinnerte sich man an einige Höhepunkte, etwa an das Stück „Aus Lisbeth`s Tagebuch“, das für alle die bisher größte Herausforderung darstellte und das auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Oder an die Theaterszene bei der Einweihung der S-Bahn 2010, von der Landrat Stefan Dallinger so begeistert war. Sieben „Mundartowerde“ wurden seitdem auf die Beine gestellt, die nächste Auflage startet im Herbst. Oder die „Mundart im Holzlager“, eine erfolgreiche Kooperation mit der Schreinerei Amend an Kerwe, die nicht mehr wegzudenken ist. Feste auf dem „Sellemols-Agger“ von Siegbert Leiszter wurden gefeiert, die Kooperation mit der Schlosswiesenschule, wo eine Thaterpädagogin finanziert wird,  ist eine Erfolgsgeschichte und im „Halbig Tal“ haben die Theaterleit eine Ruhebank aufgestellt, von der man den schönsten Blick auf Eschelbronn hat.
Viele der Theaterleit sind von Anfang an dabei, einige sind seitdem auch verstorben, aber „s`Leewe geht weiter“. Fazit des Rückblicks war, dass man nicht nur in Eschelbronn, sondern im ganzen Kraichgau bekannt geworden ist. Daher werden die zurückliegenden 30 Jahre gefeiert, denn man weiß nie, was morgen ist.
Bürgermeister Marco Siesing war bei den Anfängen der Theaterleit gerade mal 11 Jahre alt und er erinnerte in seinen Grußworten an Begebenheiten, die 1989 die Welt bewegten, wie etwa den Berliner Mauerfall und noch anderes mehr.
Für ihn sind die Sellemols-Theaterleit eine „Speerspitze in Sachen Kultur“, die von der Gemeinde weiterhin so gut wie möglich unterstützt wird. Er forderte sie dazu auf, das Leben in der Dorfgemeinschaft weiterhin auf lustige, aber auch auf nachdenkliche Art zu bereichern.
Florian Baldauf sprach im Namen der „Mitbewohner“ in der alten Schule, nämlich für das Rote Kreuz, den Heimat- und Verkehrsverein, den Musikverein, den Gesangverein und für den Siedlerbund, als er das gute Miteinander unter dem gemeinsamen Dach hervorhob.
Mit Christian Verhoeven ging ein weiterer Mann ans Rednerpult, der aus dieser Theatertruppe nicht mehr wegzudenken ist. Als Regisseur hat er bis heute maßgeblichen Anteil daran, dass die Theaterstücke professionell vorbereitet und aufgeführt werden können. Er erinnerte sich an viele Szenen, die ihn besonders beeindruckten und rückte noch einmal Marliese Echner-Klingmann in den Vordergrund, die er als Schreiberin von Theaterstücken beschrieb, die er so noch nicht vorgefunden hatte. Die Zusammenarbeit mit den Sellemols genoss er immer als „Zeitreise in andere Welten“.
Abschliessend bedankte er sich bei Harald Guschl, dem „Kopf, bei dem alles zusammenläuft“ und ohne den er nicht den Kopf frei hätte für die eigentliche Theaterarbeit.
Harald Guschl seinerseits bedankte sich bei der Gemeinde und den Vereinen für die gute Unterstützung all die Jahre und kündigte an, dass der Erlös der Jubiläumsfeier der Eschelbronner Kindertagesstätte und krebskranken Kindern gespendet wird.
Und dann ging`s los mit dem Programm „Rund um`s Theater in allen Räumen“.
 
Bilder und Requisiten wurden vorgestellt, Szenen aus den verschiedensten Theaterstücken wurden noch einmal gespielt und auch die Fernsehaufzeichnung aus „Lisbeth`s Tagebuch“ lief über den  Bildschirm.
Schulrektorin Carolin Wulf überbrachte mit dem Schlosswiesenchor gesanglich die Geburtstagsgrüße und würdigte die sehr gute Kooperation mit den Theaterleit, für die sie sehr dankbar ist.
 
Das Schreiner- und Heimatmuseum hatte seine Pforten geöffnet und im Sellemols-Cafe und in der Vesperstube konnte sich der Besucher der Jubiläumsfeierlichkeiten stärken.
Auch wenn es die Sellemols-Theaterleit im Vorfeld nur als „kleines Jubiläum“ ankündigten, war es am Ende doch eine großartige Veranstaltung, die allen Beteiligten und Besuchern in guter Erinnerung bleiben wird.

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